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Moritz Klaßen

Moritz Klassen

Selbstständige 5 Min. Lesezeit

WordPress-Backup für kleine Unternehmen: einrichten und im Ernstfall zurückspielen

Ein Backup ist erst dann etwas wert, wenn du es zurückspielen kannst. Für eine kleine Firmenwebsite reichen ein paar klare Entscheidungen statt teurer Technik. Hier bekommst du den Plan, mit dem du im Ernstfall ruhig bleibst.

Ein Backup ist erst dann etwas wert, wenn du es zurückspielen kannst. Genau daran hakt es bei den meisten kleinen Firmenwebsites. Es liegt irgendwo eine Kopie, und alle fühlen sich sicher, bis ein Plugin-Update die Startseite zerlegt und niemand die Kopie sauber zurückbekommt. In diesem Artikel gehe ich der Reihe nach durch, was du sichern musst, wo die Sicherung liegen sollte und warum der Test der Wiederherstellung mehr bringt als die teuerste Backup-Software. Am Ende hast du einen Plan, den du an einem Nachmittag umsetzt.

Warum die reine Kopie dich nicht rettet

Eine Datei mit deiner Website auf demselben Server bringt dir nichts, sobald genau dieser Server ausfällt. Und eine Datenbank-Sicherung ohne die dazugehörigen Bilder und Dateien ergibt eine halbe Website. Was du brauchst, ist eine Sicherung, aus der sich der komplette Zustand deiner Seite wiederherstellen lässt.

Bei WordPress besteht dieser Zustand aus zwei Teilen. Die Datenbank enthält deine Texte, Seiten, Beiträge, Einstellungen und Nutzer. Der Ordner mit den Dateien enthält den Rest: die hochgeladenen Bilder und PDFs, das Theme, die Plugins. Fehlt einer der beiden Teile, kannst du die Seite nicht sauber zurückholen. Das klingt banal, wird aber ständig übersehen, weil manche Werkzeuge nur die Datenbank sichern und das nicht deutlich genug sagen.

Wie oft du sichern solltest

Das hängt davon ab, wie oft sich deine Seite ändert. Eine Website, die einmal im Quartal einen neuen Beitrag bekommt, braucht keine stündliche Sicherung. Ein Shop, in dem täglich Bestellungen reinkommen, sehr wohl.

Für die meisten kleinen Firmenwebsites ist ein tägliches automatisches Backup ein guter Standard. Dazu kommt eine zusätzliche Sicherung von Hand, bevor du etwas Größeres machst, also vor einem Theme-Wechsel, einem neuen Plugin oder einem WordPress-Update auf eine neue Hauptversion. Diese eine Minute vor dem Update spart dir im Zweifel einen ganzen Abend.

Wichtig ist auch, wie lange du die Sicherungen aufbewahrst. Wenn dein System jede Nacht überschreibt und der Fehler erst nach vier Tagen auffällt, sicherst du seit vier Tagen den kaputten Zustand. Behalte deshalb mehrere Stände, zum Beispiel die letzten sieben Tage plus ein paar ältere Wochen. So kommst du auch an einen Zeitpunkt zurück, an dem die Seite noch heil war.

Warum die Sicherung woanders liegen muss

Es gibt einen Grundsatz aus der IT, der auch für kleine Firmen gilt: Halte deine Sicherung getrennt von dem, was du sicherst. Liegen Backup und Website auf demselben Server, ist beides gleichzeitig weg, sobald der Server ein echtes Problem hat oder gehackt wird.

In der Praxis heißt das, die Sicherung automatisch zu einem separaten Speicher zu schieben. Ein Cloud-Speicher, ein anderer Server, oder wenigstens ein Download, den du regelmäßig herunterlädst und auf einer Festplatte im Büro ablegst. Die verbreitete Faustregel dafür nennt sich 3-2-1: drei Kopien deiner Daten, auf zwei verschiedenen Medien, davon eine an einem anderen Ort. Für eine kleine Website musst du das nicht bis auf die Kommastelle umsetzen, aber der Kern stimmt. Alles auf einem Haufen ist keine Sicherung, das ist Hoffnung.

Hosting-Backup, Plugin oder von Hand

Es gibt drei übliche Wege, und für ein kleines Unternehmen lohnt es sich, sie zu kombinieren.

Viele Hoster machen automatische Backups im Hintergrund. Das ist bequem und kostet dich nichts extra. Der Haken: Du bist davon abhängig, wie zuverlässig der Hoster das macht und wie einfach du an eine einzelne Sicherung kommst. Frag im Zweifel beim Support nach, wie weit die Backups zurückreichen und wie eine Wiederherstellung abläuft.

Ein Backup-Plugin in WordPress gibt dir mehr Kontrolle. Du legst selbst fest, was, wann und wohin gesichert wird, und du kannst mit wenigen Klicks zurückspielen. Achte darauf, dass das Plugin die Sicherung wirklich zu einem externen Speicher schickt und nicht nur im Website-Ordner ablegt.

Die Sicherung von Hand ist die dritte Ebene, und die unterschätzt fast jeder. Einmal im Monat die komplette Seite als Datei herunterladen und die Datenbank dazu, das dauert ein paar Minuten und gibt dir einen Stand, der niemandem sonst gehört. Da hängt kein Hoster, kein Plugin und kein fremder Dienst dazwischen.

Der Test, den kaum jemand macht

Hier trennt sich ein echtes Backup-Konzept von einem eingebildeten. Fast niemand probiert aus, ob sich die Sicherung tatsächlich zurückspielen lässt. Und dann steht man im Ernstfall vor einer Datei, die zwar da ist, aber unvollständig, veraltet oder schlicht kaputt.

Spiel deine Sicherung einmal auf einer Testumgebung ein, bevor du sie brauchst. Viele Hoster bieten dafür eine Staging-Umgebung an, also eine Kopie der Seite, an der du gefahrlos herumprobieren kannst. Läuft die wiederhergestellte Seite dort, weißt du, dass die Sicherung vollständig ist und dass du den Ablauf im Kopf hast. Genau dieses Wissen fehlt vielen, wenn sie es plötzlich um 22 Uhr brauchen, weil aus Versehen die halbe Seite gelöscht wurde.

Notier dir am besten in drei, vier Sätzen, wie die Wiederherstellung geht. Wo liegt die Sicherung, mit welchem Werkzeug spielst du sie ein, wen rufst du an, falls du nicht weiterkommst. Diese Notiz ist im Notfall mehr wert als jedes teure Tool.

Ein Plan, den du heute umsetzt

Fass es für dich zusammen. Du brauchst ein tägliches automatisches Backup über Hoster oder Plugin, das Datenbank und Dateien umfasst. Du behältst mehrere Stände, die einige Tage und Wochen zurückreichen, und legst eine Kopie an einem anderen Ort ab. Vor jedem größeren Eingriff sicherst du zusätzlich von Hand. Und du probierst einmal aus, ob das Zurückspielen wirklich klappt.

Das ist kein großes Projekt und kostet keine großen Summen. Es sind ein paar klare Entscheidungen, die du einmal triffst und danach laufen lässt. Zurück zur Ausgangsfrage: Ein Backup ist erst dann etwas wert, wenn du es zurückspielen kannst. Wenn du diesen Plan umsetzt, wird aus einem Plugin-Update, das schiefgeht, eine halbe Stunde Arbeit. Das ist der Unterschied, den du im Ernstfall spürst.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet, damit du schneller einschätzen kannst, was für dein Projekt wichtig ist.

Reicht das automatische Backup meines Hosters aus?

Als Grundlage ja, aber verlass dich nicht allein darauf. Frag nach, wie weit die Sicherungen zurückreichen und wie eine Wiederherstellung abläuft. Kombiniere es idealerweise mit einer eigenen Kopie an einem anderen Ort, damit nicht Website und Backup gleichzeitig verloren gehen.

Was muss ein vollständiges WordPress-Backup enthalten?

Zwei Teile: die Datenbank mit deinen Texten, Seiten und Einstellungen sowie den Datei-Ordner mit Bildern, PDFs, Theme und Plugins. Fehlt einer der beiden, lässt sich die Seite nicht sauber wiederherstellen.

Wie oft sollte ich sichern?

Das hängt davon ab, wie oft sich deine Seite ändert. Für die meisten kleinen Firmenwebsites ist ein tägliches automatisches Backup ein guter Standard. Vor größeren Eingriffen wie Updates oder einem Theme-Wechsel machst du zusätzlich eine Sicherung von Hand.

Woran erkenne ich, dass mein Backup wirklich funktioniert?

Nur indem du es einmal zurückspielst, am besten auf einer Testumgebung. Erst wenn die wiederhergestellte Seite dort läuft, weißt du, dass die Sicherung vollständig ist und du den Ablauf beherrschst.

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